Thema dieser Seite aus der Rubrik Aktuelles: Zurrketten - Gebrauch und Instandhaltung

Zurrketten - Gebrauch und Instandhaltung

Zurrketten, Meili

Zurrketten - Gebrauch und Instandhaltung

Zurrketten sind nicht für das Heben von Lasten geeignet. Nicht heben - nur zurren!

Grundsätzliche Hinweise zu sicherer Handhabung, Kurzanleitung

Beachten Sie für die Auswahl und den Gebrauch von Zurrketten die Norm EN 12195-1:2000 und/oder die VDI Richtlinie 2702 sowie eventuell für den speziellen Verwendungszweck zusätzlich gültige Vorschriften für die richtige Ladungssicherung. Die Kenntnis dieser Vorschriften und Regeln ist zwingende Voraussetzung, um eine Ladung sicher und unfallfrei zu transportieren.

  • Bei der Auswahl und dem Gebrauch von Zurrketten muß die erforderliche Zurrkraft sowie die Verwendungsart und die Art der zu zurrenden Ladung berücksichtigt werden. Ebenso bestimmen Größe, Form und das Gewicht der Ladung die richtige Auswahl, aber auch die beabsichtigte Verwendungsart, die Transportumgebung und die Art der Ladung.
  • Die ausgewählte Zurrkette muß für den Verwendungszweck sowohl stark als auch lang genug sein und hinsichtlich der Zurrart die richtige Länge aufweisen. Die Zurrung sowie das Öffnen der Zurrketten sind vor dem Beginn der Zurrung zu planen. Vor dem Verzurren sind die Anschlagmittel zu entfernen. Während einer längeren Fahrt sind Teilentladungen zu berücksichtigen. Die Anzahl der Zurrketten ist nach EN 12195-1:2000 zu berechnen.
  • Wegen unterschiedlichen Verhaltens und wegen Längenänderung unter Belastung, dürfen verschiedene Zurrmittel (z. B. Zurrketten und Zurrgurte aus Chemiefasern) nicht zum Verzurren der gleichen Ladung verwendet werden. Bei der Verwendung von zusätzlichen Verbindungsteilen und Zurrvorrichtungen beim Zurren muß darauf geachtet werden, daß diese zur Zurrkette passen.
  • Öffnen der Verzurrung: Vor dem Öffnen ist sicherzustellen, daß die Ladung auch ohne Sicherung noch sicher steht und die Abladenden nicht durch Herunterfallen gefährdet. Falls nötig, sind die für den weiteren Transport vorgesehenen Anschlagmittel bereits vorher an der Ladung anzubringen, um ein Herunterfallen zu verhindern.
  • Vor dem Abladen müssen die Zurrketten soweit gelöst sein, daß die Ladung frei steht.
  • Während des Be- und Entladens muß auf tiefhängende Oberleitungen geachtet werden.
  • Zurrketten müssen außer Betrieb genommen oder dem Hersteller zur Instandsetzung zurückgeschickt werden, falls sie Anzeichen von Schäden zeigen. Die folgenden Punkte sind als Anzeichen von Schäden zu betrachten: bei Rundstahlketten: Oberflächenrisse, Dehnung von mehr als 3 %, Verschleiß von mehr als 10 % der Nenndicke, sichtbare Verformungen; bei Verbindungsteilen und Spannelementen: Verformungen, Risse, starke Anzeichen von Verschleiß, Anzeichen von Korrosion.
  • Es ist darauf zu achten, daß die Zurrkette durch scharfe Kanten der Ladung, mit der sie verwendet wird, nicht beschädigt wird.
  • Es sind nur lesbar gekennzeichnete und mit Anhänger versehene Zurrketten zu verwenden.
  • Zurrketten dürfen nicht überlastet werden: die maximale Handkraft von 500 N darf nur mit einer Hand aufgebracht werden. Es dürfen keine mechanischen Hilfsmittel wie Stangen oder Hebel etc. verwendet werden.
  • Geknotete oder mit Bolzen und Schrauben verbundene Zurrketten dürfen nicht verwendet werden.
  • Schäden an Kennzeichnungsanhängern sind zu verhindern, indem man sie von den Kanten der Ladung und, falls möglich, von der Ladung fernhält.
  • Die Zurrketten und die Kanten der Ladung sind vor Abrieb sowie vor Schädigungen durch Verwendung von Schutzüberzügen und/oder Kantenschoner zu schützen.

Bestimmungsgemäßer Einsatz

Meili-Hebezone Zurrketten niemals einsetzen
  • in aggressiver Umgebung, z.B. bei Einfluß von Säuren, Säuredämpfen, in besonders korrosiver Umgebung oder wenn Chemikalien mit der Zurrkette in Berührung kommen können
  • wenn Stromfluß oder Hitze durch Schweißarbeiten einwirken können
  • für das Heben von Lasten oder Personentransport
  • für besonders gefährliche Lasten wie Gefahrgut, z. B. ätzende Stoffe oder kerntechnisches Material, ohne daß die Gefährdung durch eine befähigte Person beurteilt und die Eignung der gewählten Anschlagkette überprüft wurde.
Meili-Hebezone Zurrketten oder deren Bauteile niemals
  • überlasten
  • einer Wärmebehandlung, z. B. durch Normalglühen, unterziehen
  • feuerverzinken oder galvanisch verzinken oder einen anderen Oberflächenüberzug aufbringen
  • durch Schweißarbeiten, Richtarbeiten oder Wegnahme bzw. Hinzufügen von Material verändern
zulässiger Temperaturbereich °C -40 bis + 100 °

Überprüfung vor dem ersten Gebrauch

Prüfen Sie, ob die folgenden Punkte erfüllt sind:
  • die Zurrkette entspricht der Bestellung und den beigefügten Lieferpapieren
  • das Prüfzeugnis liegt vor
  • die Zurrkraftangaben (LC) entsprechen der Bestellung und den beigefügten Papieren, insbesondere dem Prüfzeugnis
  • die Anleitung für die Benutzung der Meili-Hebezone Zurrkette ist verfügbar
Sichtkontrolle vor jeder Nutzung

Durch Inaugenscheinnahme ist vor jedem Einsatz der Zurrkette der betriebssichere Zustand zu prüfen:
  • Kennzeichnung der Zurrkette, insbesondere Zurrkraftangabe und Identitätsnachweis muß vorhanden und gut lesbar sein.
  • Verformung von Beschlagteilen oder Kettengliedern darf nicht feststellbar sein. (Bei einer Längung der Kettenglieder entsteht häufig mangelnde freie Beweglichkeit zwischen den Gliedern.)
  • Verschleißkontrolle: Besonders, wenn Zurrketten häufig über den Boden geschleift werden, tritt Verschleiß durch deutlich sichtbaren Materialabtrag auf, während der Verschleiß durch ständige ordnungsgemäße Nutzung in den Gelenken unsichtbar erfolgt, so daß die Kettenglieder so gedreht werden müssen, daß jeweils eine innere Anlagefläche jedes Kettengliedes sichtbar ist.
  • Verkürzungseinrichtung auf einwandfreie Funktion prüfen - die Sicherungsstifte der Verkürzungsklaue oder des Verkürzungshaken müssen funktionsfähig sein und bei Betätigung leichtgängig in die Ausgangsposition zurückschnappen.
  • Kontrolle auf Kerben, Schnitte, Rillen, Anrisse, übermäßige Korrosion, verbogene oder verdrehte Glieder und andere Fehler dürfen nicht sichtbar sein.
  • Überprüfen auf aufgebogene Haken, bei denen ev. bereits der Sicherheitsverschluß nicht mehr ordnungsgemäß schließt, da die Hakenöffnung zu groß geworden ist. Die Vergrößerung der Maulweite darf max. 10 % gegenüber dem Neuzustand bzw. Nennwert betragen.

Zurrketten, die bei der Inaugenscheinnahme Mängel aufweisen, müssen der Benutzung entzogen und zur Reparatur ausgesondert werden. Die Zurrketten müssen deutlich gekennzeichnet werden, um die versehentliche Weiterverwendung auszuschließen.

Beschlagteile und Spannelement
  • Für alle Zurrarten dürfen Ketten nur ohne Knoten eingesetzt werden. Die Kette muß frei von Verdrehungen und in einwandfreiem Zustand sein (siehe auch Sichtkontrolle vor jeder Nutzung).
  • Haken an Zurrketten dürfen nur im Hakengrund, niemals nur auf der Spitze belastet werden. Der Haken muß sich frei in Richtung der Zugbelastung ausrichten können und darf nicht verklemmt oder verkantet werden.
  • Die Zurrpunkte, an denen die Haken angeschlagen werden, müssen ausreichend dimensioniert und belastbar sein.
Niemals Verkürzungshaken oder -klauen als Zurrhaken einsetzen.
Verkürzungshaken und -klauen dürfen nur genutzt werden, um die Stranglänge anzupassen, niemals um die Zurrkette an einem Zurrpunkt anzuschlagen.

Das in den Haken (Klaue) eingelegte Kettenglied muß sorgfältig eingelegt werden, so daß der Sicherungsstift einrasten kann. Die Stifte der Kettensicherung müssen einwandfrei funktionieren und ein selbsttätiges Lösen der Kette aus dem Haken verhindern. Es empfiehlt sich, den Sicherungsmechanismus der Verkürzungseinrichtung regelmäßig leicht einzuölen, um die einwandfreie Funktion zu gewährleisten. Niemals Zurrketten mit Verkürzungshaken- oder klauen mit defekten Sicherungen verwenden!

Niemals den Spanner und/oder die Spindeln über Kanten belasten! Schrägzug auf den Spanner kann zum Bruch führen und muß unter allen Umständen vermieden werden.

Meili-Hebezone Zurrketten sind ausgestattet mit Ratschen- oder Spindelspannern mit Ausdrehsicherungen. Bei Ratschenspannern wird die Drehrichtung für Be- und Entlastung durch Umlegen der Nocke im Hebelgriff geändert. Die Nocke muß während der Fahrt in der Stellung für Spannen/Belasten verbleiben, um zu verhindern, daß durch einen selbsttätig drehenden Hebel eine unbeabsichtigte Entlastung der Zurrkette erfolgt. Die Spindeln der Standard Ratschenspanner SPR10 sind regelmäßig entsprechend den Einsatzbedingungen, jedoch mindestens einmal jährlich, bis zum Anschlag auszudrehen, zu reinigen und zu schmieren. Es kann sowohl Maschinenöl als auch Fett verwendet werden. Den Ratschenmechanismus und die Nocke regelmäßig mit Maschinenöl nachschmieren. Der GK8 Ratschenspanner SPR6 verfügt über Schmiernippel, darüber regelmäßig entsprechend den Einsatzbedingungen mit einer Fettpresse nachschmieren. Bei GK8 Spindelspannern SPR5 wird durch die Bohrungen in der Hülse mit Maschinenöl geschmiert.

Die normale Spannkraft (STF) wird nicht ereicht, wenn eine lange, frei gespannte Kette die auf den Hebel aufgebrachte Handkraft (SHF) von 500 N nur als Torsionsspannung aufnimmt! Federt der Hebel der Spannvorrichtung zurück und die Verzahnung des Ratschenantriebs greift nicht, wird keine oder nur sehr geringe Spannkraft erzeugt! Achten Sie darauf, daß die Verzahnung des Ratschenantriebs in dem Moment, in dem Sie die größte Handkraft aufbringen, auch einrastet! Gegebenenfalls muß eine etwas höhere Handkraft aufgewendet werden, damit die Torsionsspannung überwunden wird und die Verzahnung greift.

Spindelspanner werden durch Umkehr der Drehrichtung be- oder entlastet und müssen immer mit dem beigefügten Sicherungsseil gegen selbsttätige Entlastung gesichert werden. Dazu die Handgriffe entsprechend der Abbildung umschnüren, Seil straffziehen und die Karabinerhaken in ein Kettenglied einhaken.
Verwendung des Sicherungsseils
Mit ungeschmierten, verschmutzten, korrodierten oder beschädigten Spindelgewinden erreicht der Spanner nicht mehr die volle Spannkraft! Niemals den Hebel der Spanner mit einem Rohr oder anderen Hilfsmitteln verlängern, um eine höhere Spannkraft zu erzeugen - die Zurrkette kann dabei schwer geschädigt werden!

Lagerung und Reinigung von Zurrketten

Nicht in Gebrauch befindliche Zurrketten sollten trocken und vor Verschmutzung geschützt gelagert werden. Die Ketten nicht auf dem Boden liegenlassen, wo sie von Gabelstaplern oder anderen Fahrzeugen überrollt und beschädigt werden können. Werden Zurrketten längere Zeit nicht gebraucht, sollten sie gereinigt und leicht eingeölt werden.

Für die Reinigung können handelsübliche Kaltreiniger für Maschinenteile, jedoch niemals Kaltreiniger oder Entlacker, die Kaliumhydroxid und/oder Glykolether enthalten, verwendet werden. Zu vermeiden sind auch Methoden wie Abbrennen oder andere Verfahren, die zu Wasserstoffversprödung, Materialabnahme (z. B. Sandstrahlen) oder Rißbildung führen könnten.

Regelmäßige Überprüfung der Zurrketten

Vorschriften
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Zurrmittel in Abständen von längstens einem Jahr durch eine befähigte Person geprüft werden. Je nach den Einsatzbedingungen können Prüfungen in kürzeren Abständen erforderlich sein (besonders häufiger Einsatz, erhöhter Verschleiß, Korrosion ...) Für Zurrketten sollte in Abständen von mindestens 3 Jahren noch zusätzlich eine besondere Prüfung auf Rißfreiheit, z. B. durch elektromagnetische Durchflutung, vorgenommen werden.
Außerordentliche Prüfungen
Zurrmittel sollten nach Schadensfällen oder besonderen Vorkommnissen, die die Zurrkraft (LC) beeinflussen können, sowie nach Instandsetzung einer außerordentlichen Prüfung durch eine befähigte Person unterzogen werden.
Prüfnachweis
Über die Prüfungen sollte ein Nachweis geführt werden. Wir empfehlen, die regelmäßigen Prüfungen und Reparaturen in unserem Werk oder durch den Meili-Hebezone Prüfdienst in Ihrem Haus durchführen zu lassen.

Die Prüfungen dürfen nur von befähigten Personen durchgeführt werden. Vor der Überprüfung sind die Zurrketten gründlich zu reinigen, so daß sie frei von Öl, Schmutz und Korrosion sind und sichergestellt ist, daß keine Schäden wie Risse übersehen werden können.
Die Hinweise zur Reinigung unter Lagerung und Reinigung von Zurrketten, müssen beachtet werden. Die Ketten müssen auf der vollen Länge untersucht und jedes Bauteil, einschließlich der einzelnen Kettenglieder, überprüft werden. (siehe auch Überprüfung vor dem ersten Gebrauch und Sichtkontrolle vor jeder Nutzung)

Reparatur und Instandsetzung

Die Reparatur von Zurrketten darf nur von befähigten Personen oder unter deren Anleitung durchgeführt werden.
An Zurrketten oder deren Bauteilen:

Niemals Richtarbeiten vornehmen, weder warm noch kalt!
Niemals schweißen, weder elektrisch noch autogen!

Nur Original Meili-Hebezone Ersatzteile verwenden, die der Güteklasse und der Kettennenngröße der vorliegenden Zurrkette entsprechen. Bei Verwendung anderer Bauteile und unsachgemäßen Veränderungen erlöschen jedwede Gewährleistung sowie alle Haftungsansprüche. Ist ein Kettenglied innerhalb eines Stranges beschädigt, immer den gesamten Strang austauschen. Bauteile, die beschädigt sind, z. B. aufgebogene Haken, verformte Ösen, abgenutzte Kettenglieder, müssen ausgetauscht werden. Kleinere Fehler in Form von Kerben oder Riefen in Beschlagteilen können durch Schleifen beseitigt werden, sofern der Materialabtrag nicht mehr als 10 % der ursprünglichen Materialstärke beträgt. (Siehe auch Sichtkontrolle vor jeder Nutzung.) Nach dem Schleifen muß die instandgesetzte Stelle glatt in das angrenzende Material übergehen, ohne daß zwischen diesen Abschnitten eine deutliche Querschnittsänderung spür- oder sichtbar ist. Es wird empfohlen, Zurrketten, die einer Reparatur unterzogen wurden, einer Belastungsprüfung mit dem 1,2-fachen der Zurrkraft (LC) auszusetzen.
Wir empfehlen, die regelmäßigen Prüfungen und auch Reparaturen in unserem Werk oder durch den Meili-Hebezone Prüfdienst in Ihrem Haus durchführen zu lassen.

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